ASV Grünwettersbach - Chronik
Ihren Lauf nahm die Geschichte bereits im Jahre 1892, als sich rund 30 junge Männer im Gasthaus Adler einfanden, um sich nach Pfinztaler Vorbild zu einem Turnverein zusammenzuschließen. In einer Zeit, die geprägt war von der Dreiklassengesellschaft mit ihrer rechtlosen Arbeiterklasse innerhalb einer Monarchie, hatten sie zum Ziel, neben der körperlichen Betätigung in kameradschaftlicher Umgebung ihre Sorgen und Nöte zu besprechen. Es entwickelte sich schon bald ein besonderes Gemeinschafts- oder Zusammengehörigkeitsgefühl, das bis heute erhalten geblieben ist.

1902, nach dem Erwerb des Geländes im Rodel und dem Bau einer kleinen Turnhalle setzte ein rascher Aufschwung ein. Frauen waren zu der Zeit in Vereinen übrigens keine vertreten.

Bald darauf wurde eine Sängerabteilung eingerichtet. Die Vereinstätigkeit fand aber 1914 mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges erstmals ein abruptes Ende. Nach dessen Beendigung entstand dann 1920 unsere Fußballabteilung, und es kam zum Zusammenschluß des Turnvereins Grünwettersbach mit dem FC Phönix zum Arbeiter Turn- und Sportverein Grünwettersbach (ATSV). Die eingetretene positive Entwicklung ereilte aber schon gleich die nächste Bremse, als 1933 die Nationalsozialisten die Macht ergriffen. Der Verein wurde als marxistisch und damit staatsfeindlich eingestuft und die kleine Vereinskasse beschlagnahmt.

Nach Kriegsende wurde sogleich wieder ein Neuanfang in die Wege geleitet. 1949 bekam der Verein schließlich seinen heutigen Namen des Allgemeinen Sportvereins Grünwettersbach (ASV). Dieser Titel sollte zum Ausdruck bringen, das nun alle damals bekannten Sportarten angeboten wurden. Die Vereinsfarben waren fortan Rot- blau, ehemals Rot- grün.



Als 1950 der Antrag der Fußballspieler auf Unabhängigkeit besonders von der Sängerabteilung innerhalb der Generalversammlung scheiterte, kam es zum sofortigen Austritt aller Aktiven. Die Abteilung lag völlig am Boden, und es bedurfte einer intensiven Jugendarbeit, einer Aktivierung von Mitgliedern, die noch nie zuvor gegen einen Ball getreten hatten, sowie einiger hilfsbereiter Spieler aus Durlach und Aue. Gegen Ende der 60er Jahre machte sich die Arbeit bezahlt, und 1971 spielte man mit vielen hervorragenden Eigengewächsen in Mittelbadens 2. Amateurliga.



Nachdem bereits 1960 die Turnhalle im Rodel bis auf die noch erhaltene hintere Giebelwand umgebaut worden war, stand 1970 die Eröffnung des neuen Sportgeländes an der Heidenheimer Str. an. Zuvor hatte sich der Sportplatz im Wald nahe dem Funkturm im Gewann Trinkelbach befunden. Dank vieler opferbereiten Einsatzkräfte aus dem Verein sowie einer amerikanischen Pioniereinheit konnte der neue Platz, die Tribüne und kurz darauf der Kabinen- und Gerätetrakt in Gebrauch genommen werden. All diese kraft-, nerv- und zeitraubenden Baumaßnahmen wurden unter der Leitung der verantwortlichen Vorstände Ewald Henkenhaf, Oskar Ostermeier, Michael Frank und Baumeister Heinz Kraut durchgeführt, denen dafür ebenso größter Dank gebührt. Die Voraussetzung für eine positive Zukunft waren nun geschaffen und man konnte sich fortan auf die Arbeit in den einzelnen Abteilungen konzentrieren. Besondere Dankbarkeit gilt dabei all den Übungsleitern, Betreuern, Verwaltern und sonstigen, die sich selbstlos völlig zum Wohle des Vereins und zu Gunsten seiner Mitglieder engagiert haben und weiterhin engagieren. Die Mitgliederzahl des ASV ist bis heute auf stolze 720 angewachsen, und das bei der Konkurrenz im eigenen Ort.
Impressum